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Evidenzbasierte Medizin (EbM)

„ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten. Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestmöglichen externen Evidenz aus systematischer Forschung.“
(Zitat: David L. Sackett et al. Was ist evidenz-basierte Medizin und was nicht? (www.dnebm.de)
Evidenz-basierte Medizin wird im deutschen Bibliothekswesen definiert als „Bewusste, ausdrückliche und wohlüberlegte Nutzung der besten Informationen für die Entscheidungsfindung über die Behandlung eines Patienten“ (Synonym:
Gutachtenbasierte Medizin).
(Zitat: Schlagwortverzeichnis der
Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Der Begriff evidence-based medicine wurde 1993 von Gordon Guyatt aus der Gruppe um David Sackett an der McMaster University, Hamilton, Kanada, geprägt. Unter Evidenz-basierter Medizin (EbM) oder evidenzbasierter Praxis im engeren Sinne versteht man eine Vorgehensweise des medizinischen Handelns, individuelle Patienten auf der Basis der besten zur Verfügung stehenden Daten zu versorgen. Diese Technik umfasst die systematische Suche nach der relevanten Evidenz in der medizinischen Literatur für ein konkretes klinisches Problem, die kritische Beurteilung der Validität der Evidenz nach klinisch-epidemiologischen Gesichtspunkten; die Bewertung der Größe des beobachteten Effekts sowie die Anwendung dieser Evidenz auf den konkreten Patienten mit Hilfe der klinischen Erfahrung und der Vorstellungen der Patienten.

Die EbM ist ein Paradigmenwechsel in der Medizin und beruht auf der Anwendung wissenschaftlicher Methoden, die das ganze Spektrum medizinischer Tätigkeit umfassen und auch lang etablierte medizinische Traditionen, die noch nie systematisch hinterfragt wurden, kritisch werten (http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin).

EbM im deutschsprachigen Bereich

Die Verbreitung der EbM ist im deutschsprachigen Bereich maßgeblich durch die Institutionalierung des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin befördert worden. Ziele des gemeinnützigen Vereins mit ca. 700 Mitgliedern aus allen Bereichen der Bevölkerung (November 2006) sind

  • Entwicklung einer offenen Informations- und Kommunikationsplattform
  • Entwicklung und Vermittlung von Aus-, Weiter- und Fortbildungscurricula und -modellen
  • Abstimmung laufender EBM-bezogener Forschung, Ausbildung und Praxis
  • Durchführung von Evaluations- und Forschungsprojekten
  • Weiterentwicklung von Theorie, Methoden und Ethik der EbM.

Weitere Informationen zur Evidenzbasierten Medizin:

siehe www.dnebm.de

 

Stand 6.11.2006